Montag, 11. Juni 2018

Glutenfreies Roadkill Chicken Masala-Style



Ich melde mich bei den Grillfreunden unter euch Zurück, endlich habe ich einen neuen Grill und habe auch schon ein paar Rezepte erprobt. Heute gibt es das Rezept für ein "Roadkill Chicken Masala-Style." Zu diesem Hähnchen- Rezept hat mich das Rezept der Hairy Bikers' und ihrer Serie "Egg&Chicken" inspireiert lassen und so habe ich das Ganze für den Grill neu interpretiert.

Hierfür habe ich beim Biohof meines Vertrauens ein Grillhähnchen gekauft.

 Roadkill Chicken Masala

Schwirigkeitsgrad: ✮✮✰✰✰  Zeitaufwand: ✮✮✮✰✰

ein Brathähnchen etwa 1,3-1,6 kg 

Zum einlegen:
500 ml Buttermilch

Masala Trockenzutaten:
6 Kardamom Kapseln
1 Tl Cumin Samen (oder Cumin = Kreuzkümmel gemahlen)
1 Tl Fenchelsamen
2 Tl Koriandersamen
4 Nelken
1 Tl Pfefferkörner
1 Tl Bockshornklee
3 Pimentkörner
3 Tl Curcuma
1 Tl Schwarzes Limettenpulver (oder Zitronenzeste)
4 Tl geräuchertes süßes Paprikapulver
1/2-2 Tl Cayennepfeffer (je nachdem wie scharf ihr es mögt)
1/2 Tl Zimt

Masala "Feucht"-Zutaten:
4 Zehen Knoblauch
Saft einer halben Limette
4 El Olivenöl

1 Tl Meersalz


Zubereitung:
Zu Hause angekommen, habe ich das Hähnchen sorgfältig gewaschen, mit Küchencrep abgetrocknet und auf meinen Schneideblock gelegt. Heute Kommt kein Messer zum Einsatz, sondern die Geflügelschere (oder Küchenschere) und die Hände.

Legt das Hähnchen auf den Bauch und schneidet direkt neben dem Bürtzel in den Rücken, immer die Wirbelsäule entlang. Blos keine Schäu, das erfordert Kraft, ihr wollt schließlich durch Knochen. Lasst an den Seiten der Wirbelsäule etwas platz, dann schneidet es sich leichter. Wiederholt das auf der anderen Seite, schon ist die Wirbelsäule draußen. Entfernt außerdem übeschüssige Hautlappen.

Mein Tipp: Friert die Wirbelsäule und die überschüssig Haut ein, einfach bei der nächsten Hühnerbrühe mitkochen, für den extra Pfiff. 

Klappt das Hähnchen nun auf, und dreht es um. Jetzt kommt der Teil mit der Kraft; übt konstanten Druck auf die Brust aus, bis ihr es knacken hört. Idealerweise sollten dies das Brustbein und die Rippen des Hähnchen gewesen sein und nicht eure Finger. Das klingt jetzt brutal, aber nur so bekommt ihr das Hähnchen flach genug um es gleichmäßig grillen zu können und schließlich ist der Namensgeber "überfahren werden" auch nicht gerade sanft.

Nehmt das Hähnchen und steckt es in einen wiederverschließbaren Gefrierbeutel, fügt etwa 500 ml Buttermilch hinzu. Streicht die Luft heraus und legt den verschlossenen Beutel in den Kühlschrank.

Dort sollte die Säure der Buttermilch nun in Ruhe ihre Arbeit tun und das Fleisch schön zart machen. Lasst das Hähnchen dort 2-24 Stunden ruhen. 2 Stunden sind das absolute Minimum, je länger ihr das Hähnchen ziehen lasst, desto zarter wird es.

Da euch das Hähnchen ja jetzt etwas Freizeit gönnt, könnt ihr diese auch gleich nutzen um die Gewürzmischung zuzubereiten. Schählt den Kardamom und röstet ihn zusammen mit den anderen trockenen Zutaten in einer Pfanne ohne Öl an. Sobald ihr den köstlichen Würzduft riechen könnt, nehmt ihr die Pfanne vom Feuer und lasst die Mischung etwas abkühlen.

schählt solange den Knoblauch und verarbeitet ihn irgendwie zu einer Paste (Presse, Mixer, Gabel oder so). Gebt die Trockenmischung in eine Gewürzmühle oder einen Mörser und zerkleinert sie mediumfein. Gebt jetzt Knoblauch, Limettensaft und Olivenöl hinzu und verarbeitet das ganze Paste (je nach Temperatur ist diese entweder flüssig oder fest).

Hohlt euere Hähnchen aus dem Kühlschrank und lasst es abtropfen. Schüttet die Buttermilch weg und wicht den Beutel grob mit Küchencrep aus, denn wie sagte Meister Röhrich so schön: "der ist noch gut, den kann man noch nehmen."


Legt das Hähnchen auf eine abwaschbare Oberfläche, zieht euch am besten Einmalhandschuhe an und massiert die Würzpaste in alle Oberflächen und in alle Ritzen (des Hähnchens, nicht der Küche). Packt das Hähnchen wieder in den Beutel und ab zurück in den Kühlschrank. Diese Mal für 4-24 Stunden, je länger ihr es marinieren lasst, desto tiefer dringt die Würze in das Fleisch ein.

Nun zum Garen, hohlt das Hähnchen, mindestens 1 Stunde bevor ihr es grillen wollt aus dem Kühlschrank. Es sollte Zimmertemperatur haben, wenn ihr es auf den Grill legt. Gebt nun das grobe Meersalz auf das Hähnchen, das machen wir erst jetzt, weil es sonst zu viel Flüssigkeit aus dem Hähnchen gezogen hätte.

An dieser Stelle eröffnen sich euch zwei Möglichkeiten; direktes oder indirektes Grillen. Beides hat seine Vor- und Nachteile. Das direkte Grillen: schneller Fertig, knusprigere Haut, und dieser nette Karibische Jerk-Chicken Look, dafür aber etwas trockener und der Grill sieht danach aus wie SAU.
Beim indirekte Grillen legt ihr das Hähnchen vor dem Grillen flach in eine Auflaufform, beträufelt es noch mit etwas Olivenöl und stellt es bei etwa 170 °C Grillraumtemperatur in die indirekte Zohne eures Grills, bis es eine Kerntemperatur von 72 °C ereicht hat. Hier sind die Vorteile: das unglaublich saftige Fleisch, ein sauberer Grill und last but not least sammelt sich unten in der Form ein superleckerer würziger Fond. Diesen Fond könnt ihr zum Beispiel über Reis gießen und habt sofort eine geniale Beilage.

In beiden Fällen könnt ihr je nach eurem Geschmack auch etwas Rauch hinzufügen.Wie das geht, könnt ihr zum Beispiel im Pulled Pork Rezept nachsehen.

Guten Appetit


Meine Lieblingsvariante ist die indirekte, mit Würzreis, gegrilltem Gemüse und etwas Jogurt für die jenigen die es nicht ganz so scharf mögen.



An dieser Stelle noch Mal ein Danke an Si und Dave von den Hairy Bikers für die Inspiration, es hat Svenja und mir viel Spaß gemacht eure Show zu sehen und darüber zu diskutieren was zuerst kam Huhn oder Ei! Wir hoffen das alle anderen Shows von euch auch bald in Deutschland zu sehen sein werden. 

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